Am Ostersamstag traf ich im Globus Christel Binger. Sie ist seit vielen Jahren Mitglied der Saarbrücker Gruppe. Trotz einer schweren Aphasie und einer halbseitigen Lähmung fährt sie regelmäßig mit ihrem Auto zum Einkaufen  - auch an einem Ostersamstag, wenn "die Hölle los ist". Den Führerschein hat sie vor ein paar Jahren noch einmal gemacht. Dafür musste sie über ein Jahr trainieren.

Ich wollte ganz genau wissen, wie sie das allein hinkriegt. Also verabredeten wir uns auf einem Parkplatz vor dem Einkaufszentrum.

Frau Binger suchte sich im Parkhaus einen Stellplatz, holte sich einen Einkaufswagen und am Sparkassenautomaten versorgte sie sich mit "Barem". Dann führte sie mich zu den einzelnen Abteilungen für Katzenfutter, Getränke, Backwaren, Kosmetik...

Auch ihr Sohn, der wegen einer leichten Erkrankung zu Hause geblieben war, hatte ihr einen Zettel mit ein paar Wünschen aufgeschrieben. Mit diesem in der Hand suchte sie sich einen Verkäufer und machte diesem klar, was sie wollte.

Aber ein Problem bleibt: Wie sie etwas Unvorhergesehenes kaufen möchte und nicht weiß, wo der entsprechende Artikel liegt, kann sie das Gewünschte nicht mitbringen. Wegen ihrer schweren Wortfindungsstörung kann sie den betreffenden Artikel nicht benennen bzw dem Verkäufer sagen - auch wenn sie genau weiß, was sie möchte.

Nach 45 min war alles unter Dach und Fach. Frau Binger zahlte an der 1. Kasse mit einer Scheckkarte und an der 2. holte ich der Verkäufer das notwendige Kleingeld aus dem Geldbeutel. Sie hatte für über 50 € eingekauft.

Mit dem Einkaufswagen ging es über die Rolltreppe zum Parkdeck. Dort räumte sie alles in den Kofferraum und ca 15 min später war sie wohlbehalten zu Hause angekommen.